Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Buttstädt erfolgte als Butesstat im sogenannten Breviarium Sancti Lulli zwischen den Jahren 775 und 786, als die Schutzherrschaft Karls des Großen über das Kloster Hersfeld begann. Markgraf Ekkehard von Meißen wurde reichlich 100 Jahre später als Stadtgründer genannt. Im 9. Jahrhundert wurde der Ort in Unterlagen des Klosters Fulda genannt. 1249 hielt Markgraf Heinrich III. von Meißen einen großen Gerichtstag ab. Seit 1331 ist der Ort eine Stadt, das Stadtrecht selbst wurde jedoch erst 1392 verliehen. Ab 1408 erhielt die Stadt eine eigenständige Gerichtsbarkeit. 1335 wütete ein Großbrand in der Stadt, 1350 brach die Pest aus. 1408 erhielt Buttstädt die vollständige Gerichtsbarkeit und das Vogteirecht. 1418 wurde auf einem alten Pergamentdokument der Allerheiligenmarket erwähnt. 1433 stellte Landgraf Friedrich IV. der Stadt einen „Begnadigungsbrief“ aus. Ein erneuter Großbrand suchte die Stadt in 1450 heim und vernichtete fast alle Häuser.

1501 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen, 1505 mit dem des Rathauses. Eine Steintafel an der Ostseite der Kirche berichtet: Im Jahre des Herrn 1510, am zweiten Pfingstfeiertage, ist der der erste Stein dieses Chores gesetzt worden. Am 10. September 1513 erteilte Kaiser Maximilian Graf Ernst zu Mansfeld die Erlaubnis, 14 Tage vor Michaelis einen Ochsenmarkt einzurichten. Buttstädt war ohnehin schon seit dem 15. Jahrhundert für seine Viehmärkte bekannt. Der Bau der Stadtmauer wurde 1529 begonnen. 1536 vereinten sich Buttstädt und Wendenstadt und zwei Jahre später wurde die St.-Johannes-Kirche der Wendenvorstadt zur Begräbniskirche und ihr Friedhof zum Gottesacker der Stadt. Das Kirchenschiff wurde 1550 gebaut, 1551 wurde der Bau der katholischen Kirche am Michaelistag beendet und die Kirche eingeweiht. Das Rastenberger Tor wurde 1558 fertiggestellt und 1563 der große Keller im Rathaus (Südflügel) verändert. Zwei Jahre später war der Rathausumbau vollendet. 1574 wurde eine Pflasterstraße vom Windtor bis zum Gottesacker gebaut, 1590 eine Pflasterstraße vom Brücktor bis zum Kochborn. 1591 erweiterte man den Begräbnisplatz durch den Abriss mehrerer Häuser, um 1592 den Schlussstein im Portal der Anlage zu setzen. Nach dem großen Brand von 1596 erteilte Herzog Wilhelm Ernst die Erlaubnis für einen vierten Jahrmarkt. Die Pest brach erneut 1597 aus. Am Campo Santo brachte man 1603 eine Widmungsinschrift an, die wahrscheinlich vom Architekten und Steinmetz Christoph German stammt.

1605 wurde eine Feuerspritze gekauft, die man „Feuerkunst“ nannte. Vermutlich kam sie 1632 zum Einsatz, nachdem der Kirchengiebel vom Blitz getroffen war. Während des Dreißigjährigen Kriegs zog am 28. September 1632 Herzog Bernhard der Große mit Kriegsvolk durch die Stadt, und auch Schwedenkönig Gustav Adolf übernachtete mit seinem Stab in der Stadt im gleichen Jahr. Zum dritten Mal wütete die Pest 1633/34 in der Stadt und kostete 659 der etwa 1500 Einwohner das Leben. Aus einem Bericht der Stadt Weimar ist zu entnehmen, dass 1640 zwei Fünftel der Flur von Buttstädt Wüste waren und dass es nur noch 182 bewohnte Häuser gab. 1651 spaltete ein Blitz das Gemäuer des Turmes am Allerheiligen. 1681 suchte zum wiederholten Mal die Pest den Ort heim, vor allem in Rastenberg, Guthmannshausen und Großbrembach. Im gleichen Jahr erließ Herzog Johann zu Sachsen-Weimar eine gedruckte Anweisung mit dem Inhalt, dass keine Zigeuner geduldet sind. Erneut brach die Pest aus im Jahr 1683 und rafft bis 1685 375 Menschen dahin. 1684 legte Liese Meyer ein Feuer, dem 180 Wohnhäuser, das Rathaus, beide Kirchen, die Schule und das Pfarrhaus am 18. Juli zum Opfer fielen. Auch die alte St.-Johannis-Kirche brannte und wurde später abgetragen. Am 5. August 1685 wurde die Brandstifterin verbrannt. Die Kirche wurde 1689 in ihrer jetzigen Gestalt durch Anton Mylius (erster Superintendent) wieder eingeweiht. Aber schon am 24. Oktober 1690 stand der Kirchturm schief.

Von 1697 an war Buttstädt Sitz einer Superintendentur und nach Aufhebung der eigenständischen Gerichtsbarkeit im Jahre 1812 dann einem Großherzoglichen Stadtgericht zugeordnet, das 1817 im Amt Buttstädt, dann 1850 im Justizamt und schließlich 1879 im Amtsgericht aufging.

Die Kirche erhielt 1700–1724 eine barocke Pfeifenorgel des Orgelbauers Peter Heroldt aus Apolda. Kirchendecke und Emporen wurden 1720 durch den italienischen Kunstmaler Francesco Domenico Minetti im Barock-Stil ausgestaltet. Herzog Ernst August nahm 1734 auf dem Rossplatz die Parade des Kürassierregiments ab, 1734 war Friedrich der Große vom 3. bis 11. Oktober im Schall´schen Haus einquartiert. 1735 kam Rittmeister Hans Joachim von Zieten nach Buttstädt. Bei Arbeiten am Kirchturm im Jahre 1782 fand sich unter anderem folgende Nachricht: König Friedrich der Große von Preußen hat im Siebenjährigen Krieg, vor der Schlacht bei Roßbach, vom 3. bis 11. Oktober 1757 im Schall´schen Hause in der Oberstadt im Quartier gelegen. Er war damals bereits gichtkrank und konnte an einem Feldlager nicht mehr teilnehmen. Wo genau das Schall´sche Haus gestanden hat, ist heute nicht mehr bekannt.

Ende Januar 1794 waren 650 französische Kriegsgefangene im Rathaus und im Zollhaus und in den Scheunen am Brücktor, 33 Soldaten und 30 Buttstädter starben. 1806 wurde der Herzog von Braunschweig nach der Schlacht bei Auerstedt am 14. Oktober im Weimarer Hof verbunden. Am 3. Mai 1812 zogen 6000 französische Kavalleristen durch die Stadt, vermutlich auf dem Weg zur Völkerschlacht bei Leipzig. 1826 und 1827 verbrannten 126 Häuser. Die Feuerspritze von 1605 wurde zum letzten Mal 1884 eingesetzt. Die Glocke wurde 1904 gegen eine größere ausgetauscht. Großherzog Wilhelm Ernst und Gemahlin Carolina besuchten die Stadt am 7. Juli 1904. Am 12. November 1921 trug der Kirchenvorstand dem Gemeindevorstand die Übergabe des Campo Santo an, der Antrag wurde jedoch endgültig abgelehnt.

Eine 20-jährige Frau wurde 1940 wegen Kontakten zu einem französischen Kriegsgefangenen mit neun Monaten Gefängnis bestraft[2]. Eine Buttstädterin, die eine Beziehung mit einem polnischen „Ostarbeiter“ hatte, wurde 1943 bei den Nazis angeschwärzt, kahl geschoren, am Rathausbrunnen an den Pranger gestellt und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Pole wurde auf dem Roßplatz öffentlich erhängt. Zwangsarbeiter aus Buttstädt und Umgebung mussten der Hinrichtung beiwohnen.

1978 wurde aus bautechnischen Gründen die Michaeliskirche geschlossen (heute wieder geöffnet). Seit 1992 bis heute wird das Rathaus instandgesetzt.

Buttstädt als Stadt der Pferdemärkte

Nach dem großen Stadtbrand von 1684 erhielt Buttstädt als Ausgleich für das verheerende Brandunglück das Privileg, neben den drei bereits bestehenden Jahrmärkten zu Johannis, Michaelis und Allerheiligen einen vierten Markt abzuhalten, den so genannten Fastenmarkt. Die erste schriftliche Erwähnung eines freien Jahrmarktes findet sich in einem Schreiben des Erfurter Rates aus dem Jahre 1428. In dieser Zeit wurden insbesondere Rinder in gewaltigen Stückzahlen angetrieben. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Buttstädt zur Stadt der Pferdemärkte, wodurch der Ort zu einem beachtlichen Wohlstand gelangte, der wiederum eine rege Bautätigkeit auslöste. Dem Engagement vieler Bürger ist es zu verdanken, dass sich seit 1982 der Thüringer Pferdemarkt der Neuzeit in Buttstädt zu einem wahren Volksfest entwickelt hat und jedes Jahr zum ersten Juliwochenende tausende Besucher in seinen Bann zieht.

Die Nazi-Zeit

In der Zeit des Nationalsozialismus bestand in Buttstädt das Reichsarbeitsdienstlager Abteilung 7/231, in dem junge Männer aus Thüringen zu Bauarbeiten auch zum Zweck der Kriegsvorbereitung eingesetzt wurden. Mit der einsetzenden Verfolgung von Bürgern aus politischen, rassistischen und religiösen Gründen setzte auch Widerstand aus der Arbeiterklasse ein. Zu ihnen gehörte Johannes Enke, der 1945 an den Folgen seiner Haft im KZ Buchenwald verstarb. An ihn erinnerte in der DDR-Zeit eine Straße. Die 1938 gemeldeten zehn jüdischen Bürger der Stadt wurden verfolgt, in die Emigration getrieben bzw. ermordet. Auch eine Sinti-Familie und ein homosexueller Mann wurden Opfer der Nazidiktatur. Während des Zweiten Weltkrieges mussten über 400 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: bei einem Omnibusbetrieb, bei der Bahnmeisterei, beim Raiffeisenlager, im Stadtgut Becker. Zahlreiche Opfer der Zwangsarbeit wurden auf dem Friedhof begraben, ihre Gräber sind aber nicht mehr auffindbar.

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