Zum Hauptinhalt springen

Wie wollen wir in Buttstädt in Zukunft zusammen leben?

Eine Umfrage der Stadt Buttstädt und des „Fördervereins „Buttstädt erleben“ e.V.“ – Ihre Meinung ist gefragt!

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie sich unsere kleine Stadt in den vergangenen Jahren bis in die Gegenwart entwickelt hat? Wie viele Menschen lebten noch einst in Buttstädt, wieviel sind wir heute und werden wir künftig sein? Wie viele Kinder werden geboren und wie viele Menschen sterben? Wie ist die zahlenmäßige Verteilung zwischen Alt und Jung? Wie möchte ich wohnen und leben, wenn ich alt bin? Wie viele Menschen verlassen eigentlich die Stadt und wie viele Bürger können wir neu begrüßen? Wie wird unsere Stadt in 10 Jahren aussehen? Wer ist eigentlich die Stadt und was erwarten wir?

In unserem Alltag beschäftigen wir uns zumeist mit dem Hier und Jetzt. Das, was in der Zukunft liegt, ist nachrangig und scheint bei uns wenig Besorgtheit auszulösen. Themen rücken zumeist erst dann in den Focus, wenn es uns im besonderen Maße auffällt. Statt einem überlegten Handeln ist dann häufig nur noch ein Reagieren möglich. Dabei geht es uns in Buttstädt nicht anders wie den Menschen in anderen Gemeinden und ländlichen Gegenden in Deutschland. Wir werden weniger und wir werden insgesamt älter. Zur Jahrtausendwende blicken wir auf eine Einwohnerzahl von 2945 zurück. Heute leben in Buttstädt 2456 Menschen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zogen in den letzten 10 Jahren 1208 Menschen nach Buttstädt, entschieden sich immerhin 1410 Menschen dafür, hier wegzuziehen. Zumeist waren das die Menschen im jungen oder mittleren Alter, die aufgrund einer Ausbildung, eines Studiums oder einer aussichtsreichen Arbeit unsere Stadt verlassen mussten oder wollten. Viele zieht es in die ökonomisch starken Regionen, zumeist attraktive Städte mit  ansprechenden sozialen Strukturen, kultureller Vielfältigkeit und Angeboten, die berufliche Perspektiven bieten. Zurück bleiben die älteren Bürger, welche zu Zeiten des Babybooms geboren wurden. Schon heute leben in Buttstädt ca.767 Menschen die über 60 Jahre alt sind. Die jungen Menschen zwischen 0 und 18 Jahren bilden mit 336 Kindern und Jugendlichen schon lange nicht mehr den standhaften Fuß unserer Alterspyramide. Wie auch! Bedenkt man, dass in Buttstädt durchschnittlich 8,9 Kinder je 1000 Einwohner im Jahr geboren werden, sind wir nicht viel besser als der Gesamtdurchschnitt in Deutschland. Hier werden ca.1,36 Kinder je Frau geboren. Um den Erhalt unserer Bevölkerung lediglich zu sichern, müsste jede Frau mindestens 2,1 Kinder bekommen. In Buttstädt stehen, wenn wir den Durchschnitt der letzten 10 Jahre betrachten, jährlich 21,8 Geburten ganzen 38 Sterbefällen gegenüber.

Diese Problematik hat Auswirkungen auf unser Leben. Unser soziales Gefüge wird durch die Altersverteilung auf wackligen Beinen stehen, wenn wir uns nicht um uns bemühen. Es ist absehbar, dass älteren Menschen künftig weniger Geld aus dem gesetzlichen Rentenumlagesystem zur Verfügung steht. Mit einem neuen moderneren Bewusstsein verändern sich aber auch die Vorstellungen und Ansprüche der älter werdenden Generationen. Viele möchten so lange und so selbstbestimmt wie möglich und mit nur so viel Hilfe wie nötig den Alltag bewältigen. Der Platz im Pflegeheim ist dann oft nicht die erste bevorzugte Wahl. Hilfen und Unterstützung zu Hause in Anspruch zu nehmen, ohne auf Sicherheitsaspekte zu verzichten, wird von vielen Älteren so lange wie möglich bevorzugt. Durch gestiegenen Wohlstand, bessere Arbeitsbedingungen, Fortschritte in der medizinischen Versorgung und eine gesünderen Ernährung steigt die Lebenserwartung der Bürger weiter an. Zeitgleich wird es wiederum immer mehr ältere Menschen geben, die auf medizinische Versorgungsangebote zurückgreifen werden und auf pflegerische Hilfen und Assistenzen angewiesen sind. Dem gegenüber steht der Fachkräftemangel, der branchenübergreifend auch bei uns zu beobachten ist. Diese und andere Entwicklungen werden unsere Gesellschaft und auch unser Leben in Buttstädt verändern.

Es gibt kein Patentrezept dafür, diese Entwicklung über kurz oder lang aufzuhalten. Politische Bemühungen allein werden nicht reichen. Dennoch können wir eine Chance nutzen. Wir können uns in unserer Stadt selbst neu orientieren und verändern. Hierzu müssen wir zunächst unsere Haltung ändern und neue Werte schaffen. Als Gemeinde müssen wir wieder mehr zusammenrücken, solidarischer miteinander umgehen, uns selbstverständlicher auch um das Wohl Anderer kümmern. Wir müssen uns für das Leben hier mehr interessieren und engagieren, unseren „Laden“ neu ordnen und attraktiver für andere machen. Hierzu benötigen wir zunächst uns selbst – jeden Bürger ob jung oder alt, die Vereine, Firmen, Unternehmen, Gewerbetreibenden und viele Ideen, seien sie zunächst noch so banal basal oder undenkbar.

Wer ist eigentlich die Stadt? Sind es nicht wir, die Bürger und sollten wir unsere Erwartungen nicht an uns selbst richten?

Lassen Sie uns gemeinsam darüber reden, wie wir diese Herausforderungen bewältigen können und  das soziale Miteinander unsere Wohn- und Lebensbedingungen und unser Stadtleben langfristig attraktiver gestalten können.

Der Förderverein „Buttstädt erleben“ e.V. führt deshalb eine Umfrage durch, um möglichst umfassend von allen Bürgern aus unterschiedlichen Generationen zu erfahren, wie Sie über das Thema Demographie denken, was Sie bewegt und welche Ideen und Wünsche Sie haben, wenn es darum geht, wie wir in Zukunft gemeinsam miteinander leben wollen.

Wir bitten Sie sehr, sich an dieser Umfrage zu beteiligen und den dem Amtsblatt beigefügten Umfragebogen auszufüllen. Sie können uns diesen über den städtischen Briefkasten zukommen lassen oder ihn in der Verwaltungsgemeinschaft abgeben. Darüber hinaus wird die Umfrage auf der Internetseite der Stadt Buttstädt als Online-Formular zur Verfügung gestellt.

Für Ihre Mithilfe einen herzlichen Dank.

Am 11. April um 18.30 Uhr werden wir diesbezüglich für alle interessierten Bürger einen interessanten Themenabend mit Herrn Prof. Dr.med. Dr. phil. Klaus Dörner als Referent durchführen.

Lassen Sie uns gemeinsam Buttstädt gestalten und erleben!

 

Mathias Aller
Mitglied des Förderverein „Buttstädt erleben“ e.V

Hendrik Blose
Bürgermeister der Stadt Buttstädt

Statistische Daten und Rückschlüsse beruhen auf Online Bereitstellungen des Thüringer Landesamtes für Statistik. Es wurden Daten bis spätestens 31.12.2012 berücksichtigt.